
Shamondavirus - Hinweise für die Praxis
Seit einigen Wochen beschäftigt ein neuartiges Orthobunya-Virus Veterinärdienste, Tierärzte und Landwirte gleichermaßen.
Nachdem Mitte Juli aus einigen westlich gelegenen Kantonen der Schweiz gehäuft Meldungen über erkrankte Tiere mit Symptomen wie hohem Fieber, starkem Durchfall und deutlichem Leistungsrückgang bei den zuständigen Behörden eingingen, nahm die Verbreitung der Erkrankung rasch zu. Mittlerweile sind neben der Schweiz, Frankreich und Österreich auch die Niederlande und ein Großteil des Bundesgebiets betroffen.
Die Ausbreitung in Deutschland begann in den letzten Julitagen mit ersten Meldungen aus dem Breisgau. Innerhalb von drei Wochen wurden in allen südlichen und westlichen Bundesländern Fälle gemeldet, mittlerweile mit beiden bekannten Varianten des Shamonda-Virus. Neben positiven Blutproben wurde das Virus auch in Aborten nachgewiesen.
Typische Symptome und Krankheitsverlauf
Aus den Berichten der Veterinärdienste und betroffenen Schweizer Landwirte ergeben sich für die Praxis folgende Informationen und Hinweise:
Die Übertragung des Shamonda-Virus erfolgt analog zu Blauzunge und Schmallenberg über Gnitzen sowie bei tragenden Tieren intrauterin. Betroffene Tiere fallen zunächst durch hohes Fieber auf, das in bis zu drei Wellen auftreten kann und gelegentlich von Atemwegserkrankungen begleitet wird. Nach zwei bis drei Tagen setzt bei erkrankten Tieren starker Durchfall ein, gleichzeitig sinkt die Leistung rapide.
Aus der Praxis wird berichtet, dass die Durchseuchung innerhalb der Herden etwa drei bis vier Wochen andauert. Teilweise treten nach weiteren zwei bis drei Wochen Aborte auf, meist im zweiten Trimester der Trächtigkeit. Die Behandlung erkrankter Tiere mit fiebersenkenden Medikamenten sowie die Gabe pH-Wert-stabilisierender Präparate haben sich in der Praxis bewährt. Zur Vorbeugung der Übertragung wird zudem eine konsequente Behandlung der Herden mit Repellentien empfohlen.
Bisher bestehen aufgrund des Virus keine Handelsrestriktionen.



