12.06.2026

Thüringer Fleischrindertag setzt starke Impulse für die Zukunft

Großer Zuspruch und optimistische Perspektiven:

Der 31. Thüringer Fleischrindertag am 10. Juni 2026 in der „Brückenmühle“ bei Meiningen hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Fleischrinderbranche mit Zuversicht in die Zukunft blickt und bereit ist, die Herausforderungen der kommenden Jahre aktiv anzugehen.
Die Veranstaltung stieß auf außergewöhnlich großes Interesse bei Mutterkuhhaltern und Fleischrinderzüchtern aus Thüringen und Hessen. Die Nachfrage war so hoch, dass die vorhandenen Räumlichkeiten nicht alle Interessierten aufnehmen konnten und die Anmeldung vorzeitig geschlossen werden musste.
Die große Resonanz unterstreicht die Bedeutung der Fleischrinderzucht in der Region sowie das Interesse an aktuellen Fachthemen und den Zukunftsperspektiven der Branche. Gleichzeitig spiegelt sie das derzeit positive Marktumfeld wider, das vielen Betrieben neue Zuversicht für die Weiterentwicklung ihrer Herden gibt.

Aktuelle Zuchtarbeit und neue Schwerpunkte
Nach der Begrüßung stellte Ulrike Niebling den aktuellen Zuchtbericht vor und präsentierte wichtige Entwicklungen sowie Kennzahlen der Fleischrinderzucht in Thüringen.
Im Anschluss erläuterte Tobias Petzenberger die Grundlagen der stationsgeprüften Leistungsprüfung sowie die züchterische Ausrichtung der neuen Prüfstation. Dabei wurde deutlich, dass künftig neben klassischen Leistungsmerkmalen vor allem funktionale Eigenschaften stärker in den Fokus rücken werden. Klauengesundheit, Fundament, Robustheit und Bullenfruchtbarkeit gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, Bullen zu selektieren, die den Anforderungen moderner Mutterkuhbetriebe langfristig gerecht werden und durch mehr Funktionalität und Nachhaltigkeit zu einer wirtschaftlich erfolgreichen Mutterkuhhaltung beitragen.
Mit großer Fachkompetenz und Begeisterung stellte Maria Kasten (IFN Schönow e. V.) die Möglichkeiten der Fruchtbarkeitsbewertung bei Deckbullen vor. Von der Messung des Hodenumfangs über Ultraschalluntersuchungen bis hin zur Spermaanalyse zeigte sie praxisnah auf, wie Fruchtbarkeit objektiv bewertet werden kann. Geeignete Untersuchungsmethoden sollen künftig auch in der neuen Prüfstation Anwendung finden und bei der Auswahl zukünftiger Zuchtbullen stärker berücksichtigt werden.

Positive Marktaussichten und Blick auf die neue Prüfstation
Einen umfassenden Überblick über die aktuelle Marktsituation gab anschließend Wilfried Naue von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er stellte die Entwicklungen auf den nationalen und internationalen Rindfleischmärkten dar und ging ausführlich auf die möglichen Auswirkungen des Mercosur-Abkommens ein. Besonders positiv aufgenommen wurde seine Einschätzung, dass die Marktaussichten für die kommenden Jahre weiterhin günstig bleiben und sich die Rahmenbedingungen für die Rindfleischerzeugung nicht weiter verschlechtern werden. Seine fundierte und nachvollziehbare Analyse vermittelte den Teilnehmern eine optimistische Perspektive für die Zukunft.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellte Johannes Schmidt die Agrargesellschaft Herpf mbH vor und gewährte interessante Einblicke in den Betrieb. Anschließend stand die Besichtigung der neuen Prüfstation auf dem Programm, die sich derzeit noch in der Bauphase befindet.
Dabei wurde deutlich, welche zukunftsorientierte Ausrichtung mit dem Projekt verfolgt wird. Die Besucher nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen Fachgesprächen und zeigten großes Interesse an den geplanten Prüfverfahren und Selektionsschwerpunkten. Die Aufbruchsstimmung und Vorfreude auf die neue Prüfstation waren deutlich spürbar. Viele Teilnehmer sehen in ihr einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung der Fleischrinderzucht sowie für eine leistungsfähige und zugleich funktionale Mutterkuhhaltung in Thüringen und darüber hinaus.

Volles Haus beim 31. Thüringer Fleischrindertag in Südthüringen.

Für die Besichtigung der, noch im Bau befindlichen, neuen Prüfstation gab es viele Interessenten.

Volles Haus beim 31. Thüringer Fleischrindertag in Südthüringen.

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